Wenn wir das in die QM-Welt übertragen, bedeutet das also – eine Organisation mit mehr CAPAs ist die effektivere.
Das soll natürlich nicht heissen, dass wir nun anfangen sollen, wie der Teufel CAPAs zu eröffnen und jede Ungereimtheit, die nicht bei drei auf den Bäumen ist, in das System einschleusen. Schliesslich kommt Qualität ja doch immer noch vor Quantität. Lieber wenige CAPAs richtig bearbeiten als viele halbherzig abschliessen, um das System zufrieden zu stellen.
Und mit «richtig» bearbeiten meine ich, dass eine wirkliche Ursachenanalyse durchgeführt wird. Und das Ergebnis nicht nur ist, dass der Fehler «Unachtsamkeit eines Mitarbeiters» ist, der nun eine Wiederholungsschulung bekommt.
Diese Massnahme führt nämlich unter anderem dazu, dass die psychologische Sicherheit in weite Ferne rückt. Schliesslich hat der Mitarbeitende nun
Mehr Arbeit
Ein schlechtes Gewissen, weil auch sein Chef mehr Arbeit hat, der ihn nochmal schulen und den Papierkram erledigen muss
Die Angst einen schlechten Eindruck hinterlassen zu haben
Die Folge ist, dass er auf keinen Fall möchte, dass in nächster Zeit wieder ein Fehler von ihm entdeckt wird. Passiert doch einer, versucht er wahrscheinlich, das Problem «unter dem Radar» zu lösen.
Eine gute Bearbeitung mit einer fundierten Ursachenanalyse führt aber dazu, dass der Fehler dauerhaft abgestellt wird. Das spart langfristig Zeit und Geld. Die Entdeckung des Fehlers war in dem Sinn so etwas wie ein «Glücksfall» für die Firma. Das QM-System konnte weiterentwickelt werden, so dass es zukünftig noch effektiver ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier der Mitarbeitende beim nächsten Mal wieder einen Fehler meldet und damit der Organisation die Chance gibt, sich weiter zu entwickeln und zu verbessern ist wesentlich höher als im ersten Beispiel.